• Julian Maly

Die Krux mit der Branchenspezialisierung

Aktualisiert: 23. Juli

Ist Ihre Personalberatung auf gewisse Branchen spezialisiert? Welche Referenzen können Sie in unserer Branche vorweisen? Diese und ähnliche Fragen habe ich unzählige Male im Rahmen von Neukundenanfragen gehört. Doch welche Rolle spielt die Spezialisierung auf eine oder einige wenige Branchen in der Personalberatung, insb. in der Personalsuche und -auswahl tatsächlich? Der Versuch einer subjektiven Aufklärung.


Vorteile einer Branchenspezialisierung

  • Tieferes Know-how der Strukturen und Abläufe in den Unternehmen der Branche, der Organigramme, häufigen Berufsbilder und deren Job Descriptions sowie Anforderungsprofile

  • Kenntnis der relevanten Player am Markt sowie situativer Headhunting-Potenziale

  • Dichteres Kontaktnetzwerk als Ergebnis einer hohen Anzahl branchenspezifischer Projekte

  • Rasches Verständnis der Spezifika und USPs einer offenen Position

  • "Name" innerhalb der Branche und Attraktivität für Branchenspezialisten


Nachteile einer Branchenspezialisierung

  • Viele "Off-Limits" aufgrund von Kundenbeziehungen (wo darf geheadhunted werden?)

  • Weniger Input aus Best Practices und innovativen Ansätzen anderer Branchen

  • Schlechterer Überblick über den gesamten Arbeitsmarkt

  • Eingeschränktes Verständnis vieler Querschnittsfunktionen

  • Eingeengter Kandidatenkreis bei branchenunabhängigen Managementpositionen

  • Schwierigkeit mit dem Thema "Vertraulichkeit" aufgrund dichten Kontaktnetzwerkes

  • Weniger Abwechslung für die Projektverantwortlichen selbst, "Betriebsblindheit"


Wie handhaben wir bei MALY & PARTNER dieses Thema?

Ich habe mich von Beginn weg entschieden, keine Branchenspezialisierung anzustreben. Im Gegenteil, mir persönlich ist die Vielseitigkeit hinsichtlich Branchen und Berufsbilder sehr wichtig. Folgende Argumente stehen dabei für uns im Vordergrund:

  • Wir möchten neugierig bleiben, viele Herangehensweisen kennenlernen und unseren Kunden stets auch Lösungen anbieten, die nicht branchenüblich sind, sondern vielleicht den kleinen, aber feinen Unterschied in der Personalgewinnung machen können.

  • Wenn wir von unseren Kunden eine Exklusivitätsvereinbarung erwarten, dann möchten wir diese auch vice versa abgeben - das geht allerdings nur, wenn wir keine zeitgleiche Häufung von Auftraggebern aus einer bestimmten Branche zulassen.

  • Personalsuche und -auswahl, insb. in der Direktansprache ist keine Rocket Science, sondern ein Handwerkszeug, das man mit etwas Talent und viel Projekterfahrung perfektionieren kann. Ich persönlich arbeite mich sehr gerne und intensiv in neue Branchenfelder ein und entdecke vielleicht sogar aktuellere Besonderheiten als ein Spezialist.

  • Wir möchten unseren Kunden das am Markt verfügbare Kandidatenspektrum vollständig zur Verfügung stellen können und nicht von "Off-Limit-Vereinbarungen" mit anderen Kunden daran gehindert werden.

  • Ich bin persönlich davon überzeugt, dass die veränderten Arbeitswelten dazu führen, dass Branchen-Know-how in Relation zu anderen Assets stark an Bedeutung verlieren wird. Viele von uns werden in ihrem Arbeitsleben nicht bei einem Berufsbild, geschweige denn in einer Branche verhaftet sein. Um aber einen guten Querschnitt an Kandidaten anzusprechen, ist es mir wichtig, dass unsere Marke branchenunabhängig wahrgenommen wird.

  • Nicht zuletzt bin ich der Meinung, dass es auch für meine Mitarbeiter absolut lohnenswert ist, nicht nur ein abwechslungsreiches Stakeholder-Netzwerk zu betreuen, sondern auch einen fundierten Überblick über unterschiedliche Wirtschaftszweige, deren Funktion und Spezifika zu erhalten. Mir persönlich macht das noch immer extrem Spaß!


Selbstverständlich stehen wir sehr gerne für einen Gedankenaustausch zur Verfügung! www.maly-partner.at