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  • Julian Maly

Off to a fresh start


Trotz aller Turbulenzen im makroökonomischen und weltpolitischen Geschehen starte ich mit Zuversicht in das Jahr 2023 – nicht nur, weil ich als Optimist gar nicht anders kann, sondern weil ich Anzeichen sehe, dass wir uns als Gesellschaft weiterentwickeln werden. Krisen bringen die Notwendigkeit zu Innovationen, die das Potenzial haben, unser tägliches Leben zu verändern und wesentlich zu verbessern.


Back to business: Im Ausklang des Jahres 2022 sehen wir einige Entwicklungen, deren Interpretation nicht mit Korrelationsmustern der Vergangenheit begegnet werden kann. Die Gesamtwirtschaft befindet sich in einer Stagnation bzw. Rezession und wird kurzfristig in einem Umfeld steigender Zinsniveaus, fallender Konsumlust und Investitionsneigung sowie multipler Unsicherheitsfaktoren nicht reüssieren. Und trotzdem sehen wir am Arbeitsmarkt nicht die lange als zwingende Folge gehandelte Trendumkehr hin zu einem Arbeitgebermarkt. Zu viele Faktoren wie Demographie, Arbeitszeitverkürzung, Digitalisierung und Re-Lokalisierung versorgungsrelevanter Branchen stehen dem entgegen.



Trends & Tipps für die Personalgewinnung 2023


  • Auch wenn sich der Druck auf einige Kandidatenmärkte in der Spitze etwas entschärfen wird, bleiben 2023 passende UND interessierte Kandidaten Mangelware, insb. in Spezialistenbereichen und im berufserfahrenen Mittelbau ohne Führungsverantwortung. How to handle: Fokus auf Must-haves & Befähigung, Personality first, Remote-Modelle zur Erschließung überregionaler Potenziale


  • Für eine spezielle Organisation zu arbeiten, spielt eine immer geringere Rolle bei der Jobwahl. Im Vordergrund stehen Gestaltung, Sinn und Arbeitsklima sowie Vereinbarkeit mit der persönlichen Lebensführung. How to handle: Purpose voranstellen, Teams ins Recruiting einbinden, Vielfalt der Arbeitsmodelle fördern, Ortsunabhängigkeit


  • Sich langfristig an ein Unternehmen zu binden – vertraglich oder gedanklich – ist out. Remote working befördert die Wahrnehmung des Arbeitgebers als austauschbar und der Aufgabe als projektbasiert. How to handle: Teambuilding, Perspektiven schaffen, Akzeptanz temporärer Player im Unternehmen


  • Die Gegenbewegung zur „Generation Global“ ist die Reattraktivierung von Jobs mit lokalem bzw. realem Bezug. How to handle: Kompetitive Arbeitsbedingungen in klassischen Berufen schaffen, um diesen Trend zu nutzen.


  • Die Entscheidung für eine neue Aufgabe fällt kandidatenseitig auch aufgrund der o.g. Entwicklungen zunehmend auf Basis von Bauchgefühl und einiger weniger Indikatoren, weil sie als reversibel wahrgenommen wird. Dies bedeutet eine enorme Beschleunigung der Entscheidungsprozesse, der auch der Unternehmensseitige Entscheidungsprozess Rechnung tragen muss. How to handle:The One Big Date” ist ein Ansatz, in jedem Fall sollte die Entscheidungstimeline an jene des Wunschkandidaten angepasst werden. Eine Runde an Top-Kandidaten zu erwarten, war schon länger out, mittlerweile ist diese Herangehensweise sehr kontraproduktiv.


  • Eine flachere Hierarchie, selbstorganisierende und multifunktionale Teams sowie projektbasiertes Arbeiten und digitale Tools in der Ressourcenplanung befördern die zunehmende Entwicklung weg von der klassischen Führungskraft. In den Fokus rücken Key Player, die keine hierarchische Durchgriffsmöglichkeit haben, aber gleichzeitig eine essentielle Position in puncto Begeisterung, Identifikation und Integrationskraft einnehmen. How to handle: Fokus auf Interpersonal-Skills, Projekterfahrung statt Führungsspanne


  • Zunehmend verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeitsphase, Ausbildung, Workation, Sabatticals, Projektarbeit, Freelancing, Social Work und Teilzeitarbeit. Somit rückt die klassische Karrierelaufbahn in den Hintergrund und wird zunehmend ersetzt durch die Frage nach den aktuellen Bedürfnissen, Zielen und Ressourcen. How to handle: Neue, zukunftsorientierte Art der Interviewführung auf Basis der o.g. Indikatoren


  • Handlungsorientierung und „Drive for Results“ gewinnen an Bedeutung im Vergleich zu Strategieorientierung und konzeptionellen Stärken. Trial & Error ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor in den lernenden Organisationen von heute. How to handle: Fokus auf die Dimensionen Entscheidungsfreude, Resilienz und „Mut zum Scheitern“

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