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  • AutorenbildJulian Maly

Real Talk – der verdeckte Jobmarkt

Dass Headhunting mittlerweile in der Breite angekommen ist, erleben viele Fach- und Führungskräfte täglich über ihre Business Network Profile. Das Angebot an Alternativen zur aktuellen Anstellung ist nicht nur bei einer aktiven Suche auf den Jobbörsen groß, sondern kommt immer häufiger direkt ins Postfach. Gesetzt den Fall, man ist auch nicht latent wechselwillig – wie sollte man mit solchen Anfragen umgehen? Wenn es doch so viele Ausschreibungen gibt, ist es trotzdem sinnvoll, das eigene Profil und die beruflichen Wünsche langfristig bei potentiellen Arbeitgebern, im eigenen Netzwerk bzw. bei Personalberatern zu platzieren?


Als Personalberater sehe ich das Thema naturgemäß nicht ganz objektiv und doch bin ich überzeugt davon, dass sich folgende Tipps unabhängig von Erfahrungslevel, Branche oder Berufsfeld langfristig bezahlt machen.


Der Wind kann drehen

Ohne Frage liegt die Marktmacht am Bewerbermarkt klar auf Seiten der potentiellen Mitarbeiter. Unternehmen investieren Unsummen an strategischer und operativer Arbeit in erfolgreiches Hiring und die Retention von Schlüsselkräften. Dies wird auch in den nächsten Jahren so bleiben, denn der Trend zum Mangel an geeigneten Fachkräften wird anhalten. Viel zu groß ist der Druck durch Demographie, Re-Lokalisierung, Arbeitszeitverkürzung und anhaltender Digitalisierung als dass Effekte durch Automatisierung oder künstliche Intelligenz daran im Wesentlichen etwas ändern könnten. Doch was ist in 5 oder 10 Jahren? Was passiert, wenn sich der Wind dreht? Genau für diesen Fall können langfristige Kontakte, die auf einem entsprechenden, gemeinsamen Track Record basieren, Gold Wert sein. Vorsorge ist besser als Nachsehen…


Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß?

Aus unserer täglichen Praxis wissen wir, dass der einfachste Weg zu einer erfolgreichen Vermittlung über Kontakte geht. Noch bevor sich Personalabteilungen oder Headhunter Gedanken über die marketingtechnisch passende Kandidatenansprache machen, wird überlegt: „Kenne ich jemand Geeigneten?“ Viel früher noch beginnt bei den direkten Personalverantwortlichen dieser Gedankenprozess, nämlich sofort bei Bekanntwerden einer Vakanz. Und wenn schon kein direkter Gedächtnis-Volltreffer folgt, wird zumindest sehr kurzfristig der unternehmenseigene Pool angezapft. Erst danach werden weitere – kosten- und zeitintensive Maßnahmen – ergriffen.

Je spezifischer bzw. verantwortungsvoller die Position, desto stärker ist der Trend zu Besetzungen aus dem Netzwerk.

Somit macht es absolut Sinn, diesen verdeckten Jobmarkt für sich zu nutzen, denn hier schlummern wahre Job-Perlen. Insb. für Quereinsteiger ist dies interessant, denn der direkte Kontakt zum Entscheider ganz ohne getakteten Evaluierungsprozess öffnet so manche Türe für den Um- und Aufstieg. Und letztlich gibt es in diesem Auswahlstadium weder fachliche noch monetäre Konsequenz, was die Verhandlungsposition auf Kandidatenseite nochmals deutlich verbessert…


Wähle dein Segment!

Dies ist allerdings kein Aufruf zur großflächigen Distribution des eigenen CVs. Viel wichtiger ist, zu überlegen, welche Kontakte langfristig Zugang zu individuell spannenden Jobangeboten haben könnten. Auf Unternehmensseite geht es dabei in erster Linie um Branche, Employer Brand sowie Position des Ansprechpartners. Es darf durchaus auch nachgefragt werden, wie und wie lange der CV im Pool des Unternehmens genutzt wird. Bei Personalberatern ist mein Tipp, sich ein Bild über die Professionalität sowie etwaige Schwerpunkte hinsichtlich Branche, Berufsfeld oder Level der gesuchten Positionen zu machen. Und auch hier gilt: Je seniorer die Ansprechperson, desto eher macht es Sinn, langfristig in Kontakt zu bleiben.


How to: Im Gedächtnis bleiben

Haben Sie einen langfristig interessanten Kontakt identifiziert, sollten Sie wenn möglich einen „bleibenden Eindruck“ hinterlassen. Jedoch nicht um jeden Preis: Versuchen Sie klar zu kommunizieren, was für die Zukunft interessant sein könnte und was nicht. In vielen Fällen ist es sinnvoll, auch das (Gehalts-)Niveau möglicher Zielpositionen recht frühzeitig abzustecken, das wirkt professionell und erspart beiden Seiten unnötige Gedankenexperimente. Ein Telefonat oder einen Videocall unter „allgemeinem Kontext“ zu vereinbaren ist ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit, über den „Papier ist Geduldig“-Status hinauszukommen. Und nicht zuletzt: Verwalten Sie persönlich Ihre Karriere-Booster in Ihrer Schatzkiste an Kontakten. Sich von Zeit zu Zeit in Erinnerung zu rufen oder einfach den Kontakt wieder aufleben zu lassen, stärkt das langfristige Bonding und erhöht die Chance, dass genau Sie der Kandidat sind, der im Fall des Falles (und mit unter dem richtigen Aspekt) kontaktiert wird.


Don’t Ghost…

Und selbst wenn Sie überhaupt kein Interesse an einem längerfristigen Kontakt mit jemandem haben: Beantworten Sie eingehende Anfragen trotzdem. Fühlen Sie sich einfach durch das Interesse geehrt und bleiben Sie höflich. Denn man weiß nie, wo der Traumjob wirklich lauern könnte…


Wir freuen uns über Ihr Interesse an einem langfristigen Kontakt, über Business Networks, Mail oder gerne auch direkt per Registrierung in unserem Talent & Executive Pool.



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