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  • AutorenbildPhilipp Rahofer

Mit einem Psychologie-Studium in's HR-Management?

Immer wieder werde ich gefragt, ob mein persönlicher Psychologie-Background Vorteile im HR-Bereich, insb. auch in den Themen Recruiting und Personalentwicklung bringt?


Meine Antwort ist, wenig überraschend: Ja. Denn die Rolle der Psychologie in der Personalabteilung wird in der dynamischen Landschaft moderner Unternehmen immer bedeutender.

HR-Manager sind für weit mehr als administrative Agenden und Prozessbegleitung zuständig, sondern gestalten aktiv die Unternehmenskultur und tragen maßgeblich zur Mitarbeiterzufriedenheit bei. Die Organisations- und Arbeitspsychologie bietet spezifische Einblicke und Tools, die genau auf diese neuen Herausforderungen zugeschnitten sind. Einige davon möchte ich im Folgenden kurz vorstellen:

 

Selbstbestimmungstheorie

Die Selbstbestimmungstheorie, entwickelt von Deci und Ryan, ist ein zentraler Ansatz, der die Bedeutung von Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit betont. Mitarbeiter, die das Gefühl haben, selbstbestimmt handeln zu können, zeigen eine höhere Motivation und Zufriedenheit. HR-Manager nutzen dieses Verständnis, um Arbeitsumgebungen zu schaffen, in denen Mitarbeiter eigenverantwortlich und selbstgesteuert arbeiten können.

 

Psychologischer Vertrag

Das Konzept des psychologischen Vertrags, beschrieben von Rousseau, geht über den formalen Arbeitsvertrag hinaus und umfasst die impliziten Erwartungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Ein bewusstes Management dieser Erwartungen kann helfen, Enttäuschungen und Missverständnisse zu vermeiden und trägt zu einer stabilen und vertrauensvollen Arbeitsbeziehung bei.

 

Unbewusste Vorurteile

Die Erkenntnisse zu unbewussten Vorurteilen sind insbesondere im Rekrutierungsprozess von Bedeutung. Der Implizite Assoziationstest (IAT) von Greenwald und Banaji ist ein Instrument, das dabei helfen kann, unbewusste Präferenzen zu erkennen und so zu einem vielfältigeren und inklusiveren Auswahlprozess beizutragen.

 

Kommunikationspsychologische Modelle

Das Vier-Seiten-Modell von Schulz von Thun bietet eine Struktur, um die Komplexität menschlicher Kommunikation zu verstehen und die Effektivität der Unternehmenskommunikation zu verbessern. Dieses Modell betont, dass jede Nachricht nicht nur einen Sachinhalt, sondern auch Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell enthält und kann somit Missverständnisse in der Kommunikation verringern.

 

People Analytics

Die Verwendung von People Analytics Software ermöglicht es HR-Managern, auf der Grundlage von Daten fundierte Entscheidungen zu treffen. Durch die Analyse von Mustern können Voreingenommenheiten erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Dies unterstützt eine objektive Betrachtung von Mitarbeiterleistungen und fördert faire Beurteilungsprozesse im Unternehmen.



Die Integration psychologischer Prinzipien in HR-Prozesse unterstützt nicht nur die Entscheidungsfindung und Kommunikation, sondern trägt auch zu einem Arbeitsumfeld bei, das von Verständnis, Respekt und Wachstum geprägt ist. Die Anwendung dieser Theorien ermöglicht es, die Mitarbeiterleistung zu steigern und eine hohe Arbeitszufriedenheit zu erreichen. Die Psychologie in der Personalabteilung zu berücksichtigen bedeutet, die Mitarbeiter als Menschen zu sehen und zu verstehen, was letztlich den Unternehmenserfolg nachhaltig sichert.





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